Geschichte

 
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Erfinder und Unternehmer von schwäbischem Format

Alfred Kärcher war einer jener Erfinder-Unternehmer, wie sie Württemberg seit Beginn der Industrialisierung so zahlreich hervorgebracht hat. Ihre Liste ist lang – sie reicht von Robert Bosch über Gottlieb Daimler bis zum Grafen Zeppelin. Sie kämpften mit großem Fleiß und Einsatz für die Verwirklichung ihrer Ideen.

Ein ehemaliger Mitarbeiter sieht ihn aus der Rückschau so: „Wenn Alfred Kärcher in seinem Element war, wenn es um Versuche ging, dann war Highlife. Der Mann war nicht zu bremsen, er hatte laufend neue Ideen.“

Anfang der dreißiger Jahre spezialisierte sich Alfred Kärcher auf die Konstruktion von Großtauchheizkörpern, das heißt auf Salzschmelzen, die mit Tauchsiedern erhitzt wurden. Nach diversen Versuchen entstand ein Härteofen für Leichtmetall, der sogenannte „Kärcher-Salzbadofen“. Bis 1945 wurden davon 1.200 Exemplare hergestellt.

Die Früchte seiner großen Erfindung sollte Alfred Kärcher nicht mehr ernten. Wie so viele Pioniere erlebte er den globalen Erfolg seiner Innovation nicht. „Erst zehn Jahre nach seinem Tod, 20 Jahre nach der Initialzündung wurde seine Kernidee vom Markt aufgenommen“, erinnert sich Johannes Kärcher. Der Firmenchef verstarb am 17. September 1959 im Alter von 58 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts: Er hinterließ seine Frau Irene, den neunjährigen Sohn Johannes und die dreijährige Susanne.

Von der Heizmaschine zum Hochdruckreiniger

„Wärme aus Winnenden / Ein Besuch bei der Firma Alfred Kärcher, Fabrik für Heizmaschinen“ – so lautet die Überschrift eines Artikels, der im November 1960 in der Zeitschrift „Remstal“ erscheint. Der Text des Berichts macht dann endgültig deutlich: „Die Firma Alfred Kärcher hatte sich zunächst fast ausschließlich auf die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von Heizsystemen spezialisiert. Auch die ersten Heißwasser-Hochdruckreiniger sind in diesem Zusammenhang zu sehen.“

In einer Beschreibung der Firma aus dem Jahre 1940 heißt es: „Die Maschinenfabrik Alfred Kärcher ist aus kleinen Anfängen zu einer schönen Werksanlage mit weiträumigen Gebäuden, breiten Straßen und großen Abstellflächen herangewachsen. Ursprünglich hat sie elektrische Industrieöfen, vor allem Salzbadöfen (Salzschmelzen) zum Anlassen von Stahl, zum Härten von Leichtmetallen nach eigenen Patenten gebaut.“
 
Alfred & Irene Kärcher
Alfred & Irene Kärcher
 
Werksgelände in Winnenden (1940)Werksgelände in Winnenden (1940)